Jahressteuerbescheinigung

Print Friendly, PDF & Email

Jahressteuerbescheinigung und Erträgnisaufstellung

question-mark-65833+1000x700+PublicDomainPictures+pixabay-com– Was mache ich damit ?

Dieser Tage kommt ein Kunde ins Büro und legt mit einem verlegenen Lächeln Unterlagen auf den Tisch: „Ich weiß einfach nicht, was ich damit jedes Jahr machen soll“.

Es handelt sich bei den Unterlagen um die so genannte Erträgnisaufstellung und die Jahressteuerbescheinigung. Diese Steuerunterlagen erhalten unsere Kunden mit einem Depot für Investmentfonds (aber auch alle Kunden mit Wertpapierdepots generell) jährlich innerhalb der ersten 3 Monate von Banken und Depotstellen mit der Post zugestellt. Dieses sind Pflichtdokumente, welche die Depotstellen den Anlegern aushändigen müssen. Häufig fragen sich die Depotinhaber, was sie genau mit diesen Unterlagen tun müssen. Nicht selten kommt es vor, dass die Unterlagen einfach abgelegt werden. Dabei sollten diese Unterlagen regelmäßig der Steuererklärung beigefügt werden, denn sie können bares Geld wert sein.

Wofür sind die Unterlagen und was sagen sie aus ?

  • Erträgnisaufstellung

Hier werden die im Vorjahr im Depot angefallenen Kapitalerträge chronologisch aufgeführt. Jede einzelne Position in der Kapitalerträge angefallen sind, wird erfasst und kann mit der Summe aus der Jahressteuerbescheinigung verglichen werden.

  • Jahressteuerbescheinigung

Hier finden Sie – in Summe – die Kapitalerträge aus der Erträgnisaufstellung wieder. Weiterhin werden die Daten des Freistellungsauftrages aufgeführt. Sofern Kapitalertragssteuer sowie Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig geworden ist, sind diese Daten aufgelistet. Sofern angefallen, finden Sie auch die Summe der Veräußerungsgewinne oder –verluste.

Was ist mit den Unterlagen zu tun ?

Die Jahressteuerbescheinigung muss mit der Steuererklärung abgegeben werden. Zusätzlich ist die Anlage KAP einzureichen. Die Daten für die KAP sind der Erträgnisaufstellung zu entnehmen.

Tipp
Da die Unterlagen zur Steuererklärung allgemein sehr unübersichtlich und verwirrend sind empfehlen wir, einfach die Anlage KAP zusammen mit beiden Unterlagen (Jahressteuerbescheinigung und Erträgnisaufstellung) blanko einzureichen. In der Regel übernehmen die Finanzämter die Daten aus den Unterlagen.

Meist hat die Depotstelle oder die Bank die abzuführende Kapitalertragsteuer zwar mit der Gutschrift bereits an das Finanzamt abgeführt, doch nicht jeder Verbraucher weiß, was er mit den Unterlagen und dem Zahlenmaterial anfangen soll. Werden die Unterlagen aber eingereicht, so muss das Finanzamt prüfen (Günstigerprüfung), ob es noch Beträge gibt, die auf die Steuerlast angerechnet werden müssen.

So verschenken Sie kein Geld für den Fall, dass insgesamt zu viel Kapitalertragsteuer abgeführt wurde. Überzahlte Steuerbeträge werden nämlich mit der Einkommensteuer verrechnet und gegebenenfalls zurück erstattet. Gleiches gilt z.B. für den Fall, bei dem der persönliche Steuersatz unter dem Kapitalertragssteuersatz (25%) liegt.

Es gibt aber auch Fälle, in denen die Angaben der Unterlagen zu einer Nacherhebung führen. Das ist z.B. der Fall wenn ausländische Fonds die Erträge nicht ausschütten, sondern thesaurieren (in den Fonds reinvestieren). Hier werden dann keine Ertragssteuern einbehalten und müssen über die Steuererklärung nachgemeldet werden. Mit der Einreichung der Unterlagen vermeiden Sie also auch eine (ungewollte) Steuerhinterziehung.

Foto: /question-mark-65833+PublicDomainPicures / pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.



Protected by WP Anti Spam